Interview mit mir

Selbstbeweihräucherung? – Nicht ganz. Das Interview ist tatsächlich geführt worden – mit dem Grössenwahn Verlag in Frankfurt. Deshalb will ich es auch nicht vorenthalten. Hier also: Das Interview mit mir.

Interview mit Edit Engelmann im Rahmen des 3. deutsch-griechischen Lesefestivals

Du lebst schon lange in Griechenland, bist aber dennoch durch Deine Arbeit in Deutschland verwurzelt. War das der Anstoß dazu, ein deutsch-griechisches Lesefestival zu organisieren?

13239435_10207677849519074_6352402835528647589_n-1Abbildung: Die guten Seelen des Festivals. Edit, Jörg (Radio Kreta) und Autor Steffen, der massgeblich das nächste Festival in Berlin organisiert.

Die Idee kam eigentlich ganz spontan, als ich mit Jörg von Radio Kreta telefonierte und eine Lesung meinerseits vorschlug. Er meinte daraufhin, dass man den Touristen auch mehr anbieten könnte. Beim Nachdenken und weiteren Telefonaten kamen wir dann zu dem Schluss, es zu versuchen. So entstand das 1. Lesefestival in Kreta 2013.

Durch die Lektoratsarbeit des Buches von Marion Schneider (Alles in mir hast Du aufgewühlt) wurde die Idee geboren, es nach Deutschland – genauer nach Weimar – zu bringen. Sie hat sich sehr dafür eingesetzt und als Schirmherrin einen grossen Teil der Organisation übernommen. Hier hatten wir schon die ersten Ideen zum Thema „Frieden“ und dass ein Lesefestival aus mehr bestehen kann als nur aus Büchern. Dieser Idee folgend haben wir 2016 das Lesefestival Kreta weiter ausgebreitet. Diesmal waren nicht nur Lesungen vorgesehen, sondern Diskussionsrunden, die Karlshorster Abendgesellschaft aus Berlin hat einen Abstecher gemacht, Autoren und Leser waren gemeinsam auf einem Ausflug in den Bergen, es gab politische Beiträge und Diskussionen. Alles in allem wurde das Programm des Lesefestival im Laufe der Jahre immer runder.

Du bist seit Jahren als Autorin, Herausgeberin und Lektorin für den Größenwahn Verlag tätig. Was gefällt Dir an der Arbeit mit dem Verlag am besten?

Der Verlag ist offen für Neues, bereit, Dinge auszuprobieren und auch ungewöhnlichen Büchern von ungewöhnlichen Autoren eine Chance zu geben. Das Arbeiten miteinander ist angenehm, es gibt keine persönlichen Reibereien und trotz aller Hektik und mitunter Chaos bleiben alle guter Laune. Ausserdem schätze ich es, dass sich der Verlag nicht von der „Allgemeinen Meinung“ beeinflussen lässt, sondern Bücher macht, hinter denen er steht.

Nun ist der Größenwahn Verlag dieses Jahr auch wieder am Festival beteiligt, zudem lesen einige Autoren des Verlages aus ihren Büchern vor. Wie wichtig war Dir die Beteiligung des Größenwahn Verlages? (Zusammenhang Verlag-Festival)

Sehr wichtig. Immerhin bin ich selbst dem Gr:ossenwahn Verlag schon lange verbunden. Da habe ich natürlich auch Autoren des Verlags kennen- und schätzen gelernt. So ein Festival ist ja nicht nur eine Vorleseveranstaltung, sondern vielmehr auch eine Möglichkeit für Autoren, sich kennenzulernen und gemeinsam etwas zu unternehmen, sich für etwas zu engagieren und vielleicht sogar zu gemeinsamen Projekten zu kommen. Und für mich geht das nicht ohne Beteiligung von Verlag und Autoren des Grössenwahn.

Die Autoren, die zu dem Festival kommen, stammen aus den unterschiedlichsten Ländern und haben zum Teil andere kulturelle Wurzeln. Viele der Teilnehmer stammen auch aus dem Balkanraum. Wie kam diese Vielfalt an ungleichen Autoren zusammen?

Ja, das war Zufall, wenn es denn einen solchen gibt. Vielleicht aber auch ein Hinweis darauf, dass die Welt nicht nur aus Griechenland und Deutschland besteht. Gerade diese beiden Länden haben grosse Einflüsse aus dem Balkan und dem Kaukasus absorbiert, die inzwischen auch Teil der deutschen oder griechischen Kultur geworden sind.

Wir haben uns gefreut, dass sich plötzlich auch Autoren anderer Länder für unser Festival interessiert und engagiert haben, zumal einige von ihnen ja auch beim Grössenwahn Verlag veröffentlicht sind oder werden. Und im Nachhinein war es eine phantastische Mischung, menschlich genauso wie künstlerisch.

Das Motto des diesjährigen Festivals lautet: “Autoren für den Frieden” und ist in der heutigen Zeit aktueller denn je. War es Dein vorrangiges Anliegen mit dem Festival auch eine Friedensbotschaft zu senden oder hat sich dies erst im Laufe der Veranstaltung ergeben?

Dieses Anliegen hat sich bereits mit dem 2. Lesefestival in Weimar ergeben. Dort wurde die Weimarer Friedensdeklaration der Autoren verabschiedet und von den ersten unterschrieben. Diesen Gedanken haben wir in diesem Jahr weitergeführt und planen, ihn auch in den kommenden Jahren als Motto in den Vordergrund zu stellen. Schirmherrin und Veranstalter sind der Meinung, dass gerade Künstler– egal ob schreibende, malende oder gestaltende –  prädestiniert sind, diese Friedensbotschaft hinaus zu tragen, sie immer wieder zu benachdrucken, um sie im Bewusstsein der Menschen zu verankern und diese aufzufordern, sich ebenfalls dafür einzusetzen. Gerade in einer Zeit, wo Politik und Wirtschaft die Bedeutung des Friedens scheinbar vergessen haben.

Welche anderen konkreten Ziele hat das deutsch-griechische Lesefestival?

Uih – je! Da sind wir ganz einfach. Das Medium Buch auch weiterhin zu geniessen und dem Leser nahe zu bringen. Geschichten zu erzählen, Geschichten zu erfinden, Spass zu haben mit Lesern und anderen Autoren, gemeinsam etwas zu unternehmen, Kultur und Urlaub miteinander zu verbinden, also gerade auch die „unernste“ Seite eines Festivals auszukosten, denn unsere Welt ist ernst genug und Geschichten, Romane und Erzählungen bringen die Fantasie zurück, die uns der Alltag oftmals vergessen lässt.

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