Gerne dabeigewesen: die 3. Friedenskonferenz von Auerstedt

maloca-1Hierüber möchte ich nicht vergessen zu berichten. Sie fand am letzten Wochenende im Oktober 2016 in Auerstedt (genau, dort wo Jena und Auerstedt und Napoleon und überhaupt: der richtige Ort, um sich über den Frieden zu unterhalten) in der Maloca statt. Ein einzigartiger Ort, dieses “Weltdorfge-meinschaftshaus”, wo sich die Baukunst der Regenwald Indianer mit der modernen Architektur mischt. Ein Lehr- und Lernhaus, das neue Perspektiven vermitteln soll.

Genau das ist dann auch während dieses Wochenendes geschehen. Ein abwechslungsreiches Programm mit Referenten, die sich den unterschiedlichsten Aspekten zum Thema Frieden widmeten – sei es aus religiöser Sicht (dafür gab es einen inter-religiösen Dialog mit vielen Referenten), aus künstlerischer Sicht (dafür hatten Viktoria Scholz gesorgt mit ihrer Blütenkunstkonstruktion direkt vor der Maloca sowie die Bilderausstellung von Christine Schneider in der Auerstedter Friedenskirche gleich um die Ecke). Natürlich ist auch die Politik nicht zu kurz gekommen. Das Ost-West Verhältnis wurde diskutiert, die Möglichkeiten, die eine neue Seidenstrasse bieten könnte, es gab Workshops – und immer wieder die Frage: wie können wir in der Zukunft friedlich miteinander leben und was können wir als Einzelne dazu beitragen.

Die Einzelheiten lassen sich für alle Interessierten prima hier nachlesen: http://der-grosse-frieden.org

Was habe ich persönlich davon mitgenommen nach Hause? Zum einen die Begegnung mit Pater Dr. Sanju George, bekannt als “der tanzende Jesuit” aus Indien – hier habe ich einen Menschen kennengelernt, der mit Mutter Theresa als Vorbild selbst in Indien in Friedensmissionen und Hilfsprojekten tätig ist. Dass er dazu auch noch phantastisch den Tempeltanz beherrscht und selbst Auszüge der Bibel in Tanzfiguren umgesetzt hat, was beeindruckend. Die Gespräche mit ihm, seine Ruhe und innere Ausgeglichenheit haben mächtig Eindruck bei mir hinterlassen. Ausserdem hat er mir beim Mittagstisch “Lach-Joga” gezeigt – was haben wir gegiggelt! Danke, Pater Saju – ich werde das zukünftig in Meetings anwenden, wenn die Stimmung zu verbiestert ist.

Ich habe einen neuen Autoren vorgestellt bekommen, von dem ich noch nie zuvor gehört hatte. Paul Scheerbart, verbunden mit dem Bauhaus in Weimar und der Glaskunst und ausserdem ein Satiriker, der seine Kritik am wenig friedvollen Menschen in – heute würde man sagen Science Fiction, zu seinen Lebzeiten wohl phantastische Literatur – aussergewöhnliche Geschichten verpackt hat. Sie stehen schon bei mir auf dem Bestellzettel. Ich werde sicherlich in Kürze meine Meinung dazu sagen.

Zum anderen habe ich es natürlich genossen, mit Menschen zusammenzusein, denen der Friede genauso am Herzen liegt wie mir selbst und die sich alle dafür einsetzen, dass daraus auch etwas wird. Unter dem Motto “Das Ideal einer geeinten Menscnheit – Miteinander reden und verstehen”haben wir uns in 2016 getroffen. Ich bin gespannt darauf, was es das nächste Mal sein wird.

Danke an alle, die diese Tage organisieren. Ich war gerne dort und ich mache gerne wieder mit.

Wenn Patienten Rache üben ….

patientenrache… geht das bei Olaf Jahnke mörderisch zu. Frankfurter Grossstadtdschungel. Angestellte einer Versicherung werden angegriffen, eine Staatsanwältin gerät gar ins Schussfeld. Leichen pflastern den Weg des Privatermittlers, der schnell eine Verbindung findet: irgendwie waren alle in Fälle verstrickt, bei denen die Gerechtigkeit gegen Patienten und die damit sich befassenden Kontrollorgane schlampigst versagt haben.

Ein interessantes Thema, auf dem Olaf Jahnke seinen zweiten Kriminalfall aufbaut. Eigentlich denkt man gar nicht daran, dass bei einem Arzt etwas falsch gehen könnte. Dort wähnt man sich im allgemeinen so sicher aufgehoben wie in Abrahams Schoss. Dass dort etwas schiefgeht – damit rechnet keiner. Und wenn – so denkt man – greift wenigstens das Rechtssystem und die Versicherung.

Denkste, Puppe! Unabhängig davon, dass sich Olaf wahrlich interessante Morde ausgedacht hat, macht er uns auch darauf aufmerksam, dass es mit der Gerechtigkeit für Patienten nicht allzuweit her ist im Ländle. Auch dort beherrschen Korruption, Schiebereien und Klüngeleien das Bild. Erschreckend – wenn man mal so darüber nachdenkt, dass man sich vertrauensvoll in die Hände von Spezilisten begibt, diese ihrer Spezilität nicht wirklich gerecht werden und anschliessend jeder darum bemüht ist, alles mit einem Mäntelchen zu bedecken, mit dem jedem geholfen ist, nur nicht dem Patienten. Kein Wunder, dass da mancher gerne zum Knüppel greifen würde.

In Olaf Jahnkes neuem Krimi “Patientenrache” hat es einer getan. Und Olaf gelingt es trotz des verräterischen Titels bis zum Schluss geheimzuhalten, wer denn nun der Mörder ist ….

Gut gemacht, Olaf! Ein brisantes Thema super angepackt und einen bis zum Schluss spannenden Krimi draus gemacht. Ich habe es supergern gelesen.

Interview mit mir

Selbstbeweihräucherung? – Nicht ganz. Das Interview ist tatsächlich geführt worden – mit dem Grössenwahn Verlag in Frankfurt. Deshalb will ich es auch nicht vorenthalten. Hier also: Das Interview mit mir.

Interview mit Edit Engelmann im Rahmen des 3. deutsch-griechischen Lesefestivals

Du lebst schon lange in Griechenland, bist aber dennoch durch Deine Arbeit in Deutschland verwurzelt. War das der Anstoß dazu, ein deutsch-griechisches Lesefestival zu organisieren?

13239435_10207677849519074_6352402835528647589_n-1Abbildung: Die guten Seelen des Festivals. Edit, Jörg (Radio Kreta) und Autor Steffen, der massgeblich das nächste Festival in Berlin organisiert.

Die Idee kam eigentlich ganz spontan, als ich mit Jörg von Radio Kreta telefonierte und eine Lesung meinerseits vorschlug. Er meinte daraufhin, dass man den Touristen auch mehr anbieten könnte. Beim Nachdenken und weiteren Telefonaten kamen wir dann zu dem Schluss, es zu versuchen. So entstand das 1. Lesefestival in Kreta 2013.

Durch die Lektoratsarbeit des Buches von Marion Schneider (Alles in mir hast Du aufgewühlt) wurde die Idee geboren, es nach Deutschland – genauer nach Weimar – zu bringen. Sie hat sich sehr dafür eingesetzt und als Schirmherrin einen grossen Teil der Organisation übernommen. Hier hatten wir schon die ersten Ideen zum Thema „Frieden“ und dass ein Lesefestival aus mehr bestehen kann als nur aus Büchern. Dieser Idee folgend haben wir 2016 das Lesefestival Kreta weiter ausgebreitet. Diesmal waren nicht nur Lesungen vorgesehen, sondern Diskussionsrunden, die Karlshorster Abendgesellschaft aus Berlin hat einen Abstecher gemacht, Autoren und Leser waren gemeinsam auf einem Ausflug in den Bergen, es gab politische Beiträge und Diskussionen. Alles in allem wurde das Programm des Lesefestival im Laufe der Jahre immer runder.

Du bist seit Jahren als Autorin, Herausgeberin und Lektorin für den Größenwahn Verlag tätig. Was gefällt Dir an der Arbeit mit dem Verlag am besten?

Der Verlag ist offen für Neues, bereit, Dinge auszuprobieren und auch ungewöhnlichen Büchern von ungewöhnlichen Autoren eine Chance zu geben. Das Arbeiten miteinander ist angenehm, es gibt keine persönlichen Reibereien und trotz aller Hektik und mitunter Chaos bleiben alle guter Laune. Ausserdem schätze ich es, dass sich der Verlag nicht von der „Allgemeinen Meinung“ beeinflussen lässt, sondern Bücher macht, hinter denen er steht.

Nun ist der Größenwahn Verlag dieses Jahr auch wieder am Festival beteiligt, zudem lesen einige Autoren des Verlages aus ihren Büchern vor. Wie wichtig war Dir die Beteiligung des Größenwahn Verlages? (Zusammenhang Verlag-Festival)

Sehr wichtig. Immerhin bin ich selbst dem Gr:ossenwahn Verlag schon lange verbunden. Da habe ich natürlich auch Autoren des Verlags kennen- und schätzen gelernt. So ein Festival ist ja nicht nur eine Vorleseveranstaltung, sondern vielmehr auch eine Möglichkeit für Autoren, sich kennenzulernen und gemeinsam etwas zu unternehmen, sich für etwas zu engagieren und vielleicht sogar zu gemeinsamen Projekten zu kommen. Und für mich geht das nicht ohne Beteiligung von Verlag und Autoren des Grössenwahn.

Die Autoren, die zu dem Festival kommen, stammen aus den unterschiedlichsten Ländern und haben zum Teil andere kulturelle Wurzeln. Viele der Teilnehmer stammen auch aus dem Balkanraum. Wie kam diese Vielfalt an ungleichen Autoren zusammen?

Ja, das war Zufall, wenn es denn einen solchen gibt. Vielleicht aber auch ein Hinweis darauf, dass die Welt nicht nur aus Griechenland und Deutschland besteht. Gerade diese beiden Länden haben grosse Einflüsse aus dem Balkan und dem Kaukasus absorbiert, die inzwischen auch Teil der deutschen oder griechischen Kultur geworden sind.

Wir haben uns gefreut, dass sich plötzlich auch Autoren anderer Länder für unser Festival interessiert und engagiert haben, zumal einige von ihnen ja auch beim Grössenwahn Verlag veröffentlicht sind oder werden. Und im Nachhinein war es eine phantastische Mischung, menschlich genauso wie künstlerisch.

Das Motto des diesjährigen Festivals lautet: “Autoren für den Frieden” und ist in der heutigen Zeit aktueller denn je. War es Dein vorrangiges Anliegen mit dem Festival auch eine Friedensbotschaft zu senden oder hat sich dies erst im Laufe der Veranstaltung ergeben?

Dieses Anliegen hat sich bereits mit dem 2. Lesefestival in Weimar ergeben. Dort wurde die Weimarer Friedensdeklaration der Autoren verabschiedet und von den ersten unterschrieben. Diesen Gedanken haben wir in diesem Jahr weitergeführt und planen, ihn auch in den kommenden Jahren als Motto in den Vordergrund zu stellen. Schirmherrin und Veranstalter sind der Meinung, dass gerade Künstler– egal ob schreibende, malende oder gestaltende –  prädestiniert sind, diese Friedensbotschaft hinaus zu tragen, sie immer wieder zu benachdrucken, um sie im Bewusstsein der Menschen zu verankern und diese aufzufordern, sich ebenfalls dafür einzusetzen. Gerade in einer Zeit, wo Politik und Wirtschaft die Bedeutung des Friedens scheinbar vergessen haben.

Welche anderen konkreten Ziele hat das deutsch-griechische Lesefestival?

Uih – je! Da sind wir ganz einfach. Das Medium Buch auch weiterhin zu geniessen und dem Leser nahe zu bringen. Geschichten zu erzählen, Geschichten zu erfinden, Spass zu haben mit Lesern und anderen Autoren, gemeinsam etwas zu unternehmen, Kultur und Urlaub miteinander zu verbinden, also gerade auch die „unernste“ Seite eines Festivals auszukosten, denn unsere Welt ist ernst genug und Geschichten, Romane und Erzählungen bringen die Fantasie zurück, die uns der Alltag oftmals vergessen lässt.

Auch das Existieren muss man lernen – Italo Calvino

 

 

14063947_990463634386121_8937750783562350732_nEin Glückgriff auf einem Second-Hand Markt. Von diesem Autoren hatte ich noch nicht gehört oder gelesen. Der Umschlag versprach interessant zu sein. Und als Freund des  Surrealistischen kam es mir gerade recht.
Zwei etwas längere Kurzgeschichten sind in einem Band zusammengefasst. Wer weiss, ob ich gekauft hätte, hätte es nicht auf dem Grabbeltisch gelesen.
Auf alle Fälle war es den Kauf wert und ich werde sicherlich noch weitere Calvinos lesen.

Der Ritter, den es nicht gab
Ein Ritter im Herr Karls des Grossen, der aus nicht mehr besteht als einer  hohlen Rüstung. Pedantisch und ungeliebt – da pedantisch. Während des Schlachtengetümmels oder des Wartens auf selbiges trifft Ritter Agilulf auf nicht minder interessante Charaktere, den alten Charlemagne mit eingeschlossen. Sie alle kämpfen um eins: die Berechtigung ihrer Existenz. Um diese zu finden – oder aber das, was sie dafür halten –  nehmen sie die grössten Mühsale und Plagen auf sich um am Ende herauszufinden. Man lebt nicht einfach nur so – auch das Existieren muss gelernt sein.
Auf dem Weg dahin passiert so allerhand mit etwas verrückten Knappen, einer anerkannten Ritterin, einem Ritterrächer und natürlich dem Ritter, den es nicht gab.

Der geteilte Visconte
Ein Visconte wird während einer Schlacht durch eine Kanonenkugel genau in die Hälfte gespalten. Die rechte Hälfte kommt nach Hause zurück und entpuppt sich als ausschliesslich böse. Brutal, gemein, hinterhältig – alles, was man sich vorstellen kann – sucht er seine Landbevölkerung heim, die unter ihm natürlich stöhnt und sich gute Zeiten herbeisehnt. Dann trifft auch die linke Hälfte des Visconte ein – die Gute. Er ist mitleidig, hilfbereit, gut, verzeihend – alle schönen Eigenschaften dieser Welt. Am Anfang sehr willkommen, stellt die Bevölkerung recht schnell fest, dass auch Tugend pur nicht zum Aushalten ist.
Für die Leute glücklicherweise wollen beide Hälften dasselbe Mädchen zur Frau … und die Intrigen beginnen.

 

Italo Calvino wurde 1923 in Santiago de las Vegas in Kuba geboren. 1925 kehrte die Familie zurück nach Italien. Er studierte zunächst an der agrarwissen­schaftlichen Fakultät der Universität Turin, aber der Weltkrieg kam dazwischen und Calvino schloss sich der Resistenza an. Nach der Befreiung trat er der kommunistischen Partei. Gleichzeitig begann er ein Litarturstudium, was er auch abschloss. Calvino starb 1985 an einer Gehirnbluting während einer Vortragsreihe in den USA.
„Calvino zählt zu den bedeutenden italienischen Autoren der Nachkriegszeit. Viele von Calvinos Büchern sind heute in Italien Volksgut und Schullektüre. Indem er den literarischen Moden keine Beachtung schenkte, überwand er die Grenzen des italienischen Neorealismus. Das Werk Calvinos entzieht sich einer einfachen Zuordnung. Obwohl es Züge der phantastischen Literatur und auch märchenhafte Züge trägt, greift eine diesbezügliche einseitige Zu­ord­nung zu kurz. Calvino hat eine eigene Technik literarischer Reflexivität entwickelt. So wird die Literatur selbst immer wieder zum Thema in seinen Romanen. Auch metafiktionale Züge sind zu erkennen, die Calvino als einen bedeutenden Vertreter des europäischen postmodernen Romans erscheinen lassen. Italo Calvino gehörte der Gruppe Oulipo an.“  (http://www.mein-italien.info/literatur/calvino.htm – 16.08.2016

Und wer auf Bücher von Calvino stösst, schickt mit bitte eine Nachricht.

Vom 3. Griechisch-Deutschen Lesefestival in Kreta: Die verspätete Kolonne von Vougar Aslanov

 

Aslanov1Ein verdammt gutes Buch.

Ich habe es auf dem 3. Griechisch-Deutschen Lesefestival in Paleochora vom Autor erhalten und dachte erst: ach Mensch, schon wieder eine Kriegsgeschichte. Dementsprechend habe ich auch ein bisschen lustlos angefangen zu lesen. Aber dieses Buch hat mich dann voll gepackt.

Die Geschichte des eigentlich humanistischen Studenten Asisow, ehrvoll und moralisch, der durch die Praktiken der Armee beinahe zu einem Monster mutiert, sich von allem abwendet, was er einstmals als richtig oder falsch empfunden hat und die martialische Art und Weise, unter der er einst selbst gelitten hat, nun auch den neuen Rekruten angedeihen lässt.

Ein Soldatenbund – wie wird er doch immer als Gemeinschaft der Männer beworben, wo das Abenteuer und die wirkliche Freundschaft nur auf einen wartet! – wird hier dargestellt als eine paranoide Gesellschaft, in der jeder einzelne nur darauf aus ist, seine eigene Macht – und sei sie auch noch so klein – bis zur Neige auszukosten. Und wenn wir manchmal in den Zeitungen lesen, wie mal wieder etwas aus der Hand gelaufen ist auf einem Stützpunkt, dann finden wir in diesem Buch die psychologische Vorlage und Hintergründe, wie so etwas passieren kann.

Soldat Esrari hat weniger Schwierigkeiten, sich mit seiner neuen Soldatenrolle zurechtzufinden, aber er kommt an die Front und darf dort hautnah erleben, wie die Mujaheddin (seinerzeit von den USA unterstützt) mit Gefangenen und Menschen umgehen. Ebenfalls eine psychologische Studie für sich.

Ja, natürlich beschreibt es ein Geschehen in der damaligen Sowjetarmee – übrigens hat es mich dazu animiert, mir noch einmal die Geschichte des sowjetischen Afghanistan-Einsatzes zu Gemüte zu führen, ich wusste nämlich viel zu wenig darüber – nichtsdestotrotz dürftendie Gefühle der Soldaten ob des Umgangs mit ihnen, mit ihren Wertvorstellung und ihrem Menschsein auch in anderen Armeen der Welt denen der Protagonisten dieses Buches ähnlich sein.

Am Ende des Buches fragt man sich: Was ist ein Mensch eigentlich noch wert als Soldat oder gar als Kriegsgefangener? Wie fühlt er sich? Wie sieht er sich und seine Umwelt? Wie verarbeitet er, dass er alle seine Prinzipien über den Haufen geworfen hat? Sieht er sich noch selbst als Menschen?

Ein sehr interessantes Buch über das Heldenleben, gerade in einer Zeit, wo das Säbelrasseln wieder zunimmt und diese Helden das Alltagsbild der täglichen Nachrichten bestimmen.

Vom 3. Griechisch-Deutschen Lesefestival in Kreta: Wala und die Flamme

 

a3Eine kleine Ausserirdische – vom Planet der Drachen – kommt auf die Erde und zeigt als quasi Waisenkind, dass Herzensgrösse und Liebe nötig sind, um diese Erde vor sich selbst zu retten. Und sie schafft es sogar, in der Schweiz durch einen Seiteneingang vor dem Plenum der Mächtigen zu sprechen und diese von ihren Ideen zu überzeugen. Utopisch? Oder wirklich der einzige Weg der uns noch helfen kann?

Wir haben dieses Büchlein als Spende zum Lesefestival in Paleochora bekommen und ich habe es natürlich mit Spannung gelesen. Allein der wunderschöne Einband macht schon Lust darauf. Es ist eine herrliche Vision, sich vorzustellen, dass dieser Friede eines Tages tatsächlich Wirklichkeit werden könnte. Zum Träumen schön.

Für wen hat Christina Stupp es geschrieben? Ist es für Kinder? Ja – aber nicht allein. Geschrieben für ein Alter von 8-10 Jahren denke ich, dass Kinder den teilweise komplizierten Ausführungen nicht folgen können, ohne sich dabei mit Erwachsenen auszutauschen, die das Konzept kennen und es dementsprechend erklären können. Was es natürlich zu einem sehr guten Medium macht, um Kindern eine Grundeinstellung zum Leben auf der Erde an sich und zur Liebe, zum Respekt gegenüber jedem Lebewesen zu vermitteln. Es spricht an, wie die derzeitige Machtstruktur auf der Erde ist und stellt diese in Frage – ohne weiteres ein Punkt, den man gerade mit Kindern und Jugendlichen diskutieren sollte, will man sie zu freidenkenden und kritischen Menschen erziehen.

Wala und die Flamme, erschienen im Verlag Begegnungen, 2014, ISBN 978-3981478488

Stereotypen-Parade – leichtseichte Lektüre für den Urlaub

DSCN1437[1]Im Sommer im warmen Lande liegt der Mensch am Strande. So auch ich. Und damit mir nicht langweilig wurde mit Sonne, Sand und Wasser, hatte ich mir Leselektüre eingepackt. Da ich an einem griechenischen Strand lag, musste es natürlich etwas mit dem Land der Hellenen zu tun haben.

Und ich wurde auch schnell fündig. Auf dem Lesefestival in Paleochora (danke für die Bücherspenden – ich habe beide Bücher gegen Spende erstanden!) fand ich diese beiden – und ich habe beim Lachen wirklich geschmunzelt.

Beide Bücher leben von den Stereotypen – sowohl auf deutscher als auch auf griechischer Seite. Stereotypischer geht es gar nicht. Die Deutschen tragen entweder Tennissocken (Urlaubsflair), Anzug mit Schlips (Business-Besuch) oder Safari-Kleidung (für die wirklich abenteürlichen Momente). Sie sind Spiesser wie sie im Buche stehen – egal, ob sie auf einem Esel durch die griechischen Felsen traben oder mit einem Kleinwagen das lokale Flair erkunden.  Und die Griechen natürlich schlitzohrig, immer knapp (oder ganz) am Gesetz vorbei und meistens im Kafeneio mit Frappe anzutreffen.

Der Unterschied zwischen den beiden deutschen Protagonisten liegt darin, dass Jörg Geissner ein Bankangestellter mit Herz ist (Highway to Hellas) – deshalb bleibt er vermutlich am Schluss auch mutig in Griechenland – während Herbert (Kalimera – Ich bin Single) der Urtyp des Deutschen ist, der den Begriff „Schadenfreude“ erfunden haben könnte. So ein typischer Urlaubsflirt, den keiner braucht.

Natürlich erkennt man so einiges wieder – gerade wenn man als Leser in Griechenland wohnt oder aber sehr regelmässig seinen Urlaub hier verbringt. Liebenswerte Gewohnheiten in griechischen Tavernen oder Geschehnisse am Strand.  Insbesondere Herbert könnte allerdings seine Urlaubsberichte in fast unveränderter Form auch aus Italien, Spanien oder sogar Hughada so wiedergeben.  Im Gegensatz zu Jörg Geissner hat Herbert von seinem Gastland nichts verstanden.

Mein persönliches Fazit: Kurzweilig zum Lesen, wenn man SLAPSTICK in Buchform mag.