Griechische Einladung in die Musik – ein Muss für jeden, der Griechenland liebt

Griechische EinladungDie Griechen beschreiben die Geschichte durch ihre Lieder“ hat Kostas Papanastasiou sein Vorwort betitelt, der Grieche aus dem „Akropolis“ aus der Lindenstraße.

Mit etwas Verspätung habe auch ich es erhalten: das Buch über die singenden Klänge aus Hellas. Diesmal war es mein Co-Herausgeber Andreas Deffner, der eingeladen hat. Musik und Musiker, musikalische Erfahrungen, Tanz, Rembetiko, Bouzoukia, aber auch mythische Geschichten, die von der Musik der Antike erzählen, sind Inhalt dieser Anthologie.

Musik ist für die Griechen nicht einfach nur Musik. Sie ist das Lebenselexier, welches sie brauchen, um zu überleben“, schreibt Maria in ihrem Beitrag. Ganz vorne im Buch. Und just die richtige Einleitung. Genauso habe auch ich es gefühlt während meiner Jahre, die ich in diesem wunderbaren Land verbringen durfte.

Fans der „Griechischen Einladung“ und anderer Anthologien und Bücher aus dem Größenwahn Verlag werden so einige der AutorInnen wiedererkennen. Irma hat wieder einen Gedicht zugesteuert, Steffen lässt die Antike und die Lyra wiederauferstehen. Musiker wie Felix Leopold haben ihre Gedanken beigetragen und auf Seite 39 rappt Greckoe. Melitta beantwortet die Frage, ob es auch klassische Musik in Griechenland gibt – also außer dem, was noch aus der griechischen Antike bekannt ist. Und viele andere beschreiben ihre eigenen Erfahrungen mit Tanz und Bouzouki von ihren Reisen von und nach Griechenland.

Es ist ein kurzweiliges Buch geworden und lebt von den unterschiedlichen Stilen der einzelnen Autoren, von ihren humorvollen Einsichten, von der Leidenschaft, mit der sie über diesen wichtigen Teil griechischer Kultur berichten und nicht zuletzt von der Liebe, die sie diesem Land entgegenbringen.

Apropos Liebe. Die geht auch in Griechenland durch den Magen. Und zu jeder griechischen Einladung gehört auch das Zusammensein bei Wein und griechischen Spezialitäten. Und die hat diesmal die preisgekrönte Fernseh-Kochexpertin Maria Laftidis-Krüger zusammengestellt, der wir auch die einleitende Geschichte verdanken. Deshalb gibt es in dieser Ausgabe der „Griechischen Einladung“ auch ganz spezielle griechische Rezepte, von den „Käsefrikadellchen“  bis hin zur byzantinischen „Palastsuppe“.

Also auf, fröhlich gestärkt und dann zu den Klängen hellenischer Musik das rote Taschentuch gezückt. In diesem Sinne … bis zur nächsten „Griechischen Einladung“. Wenn mich nicht alles täuscht, macht die einen Ausflug in die Götterwelt.

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Harald Gröhlers “Inside Intelligence“ oder Die Entmystifizierung von James Bond

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Was habe ich die Filme mit Begeisterung gesehen. Der Geheimagent: strahlend, schön, männlich, umwerfend und zwischen küssen, schwimmen, am Strand lümmeln, im Kasino spielen und sich amüsieren so nebenbei auch ständig dabei, die Welt zu retten. Und das an den schönsten und ungewöhnlichsten Plätzen auf der Welt.

Harald Gröhlers Buch hingegen spielt in Pullach – nicht gerade der Nabel der Welt. Gäbe es nicht ein paar Hügelgräber in der Nähe und den Bundesnachrichtendienst. Und der ist auch nicht in einem umwerfenden Gebäude im zwanzigsten Stock unter der Erde untergebracht, sondern in einer ehemaligen Parteiwohnsiedlung der Nazis, erbaut für kinderreiche Stabsangehörige. – Und wumm! Da hatte die James-Bond Verehrerin in mir ganz gehörig einen auf den Deckel bekommen.

Das Buch von Harald hat es in sich. „Organisation Gehlen“ nannte sich der BND in seinen gänzlichen Anfängen. Und dieser Gehlen hatte so gar nichts von einem James Bond. Im Krieg nicht richtig zum Zug gekommen (weder mit noch gegen die Nazis), verstand es der opportunistische Wicht (gross und strahlend schön muss er wohl auch nicht gewesen sein), sich nach dem Krieg bei den Amis lieb Kind zu machen und erhielt so die Erlaubnis, Briefe über Kaffeedampf zu öffnen, sofern er die Ergebnisse auch ordentlich über den Teich funkte.

Wer das Buch liest, kann sich auch des Eindrucks nicht erwehren, dass der gute Onkel Reinhard samt seiner Truppe einer gewissen Paranoia nicht entkam. Man wohnte und lebte nebeneinander in derselben Siedlung, war aber angehalten, sich mit Decknamen anzusprechen. Jedermann spann seine eigenen kleinen Intrigen, während Gehlen die Fäden spann, um sich selbst auf der Position und am Leben zu erhalten.

Ganz schön desillusionierend, so ein deutscher Geheimdienst. Sogar den Agenten der DDR hat man jahrelang für sich arbeiten lassen, ohne ihn zu entdecken. Die einzige, die früh Verdacht schöpfte, war Uschi, und die nahm man nicht für voll.

Markant beschreibt Gröhler die Begegnungen zwischen Adenauer und Gehlen, die sich gegenseitig wohl nicht ausgesprochen mochten, aber ertrugen, so lange sie sich brauchten. Das Verhältnis zwischen Franz Josef Strauss und dem deutschen Geheimdienstchef war da schon heftiger, mehr bayrisch herzlich.  Der Ur-Bajuwar war dem „Nochrichtmann“ alles andere als freundlich gesinnt. Kein Wunder, denn der bayrische Stiernacken hatte auch nicht nur saubere Stecken. Übrigens erfahren wir im Buch auch, dass dem Franz der Mittelname Josef wohl nicht von Geburt anhing, sondern erst angenommen wurde, als der Metzgerssohn zu dem Schluss kam, dass ihn der „Josef“ in Anlehnung an einen Monarchen gewichtiger kleidete, „dass Franz einfach den klassisch Schillerschen Satz, Franz heisst die Canaille, scheute“, wie Gröhler es ausdrückte.

Während das Buch im Detail die Anfangsjahre des BND beschreibt, so sind doch immer wieder interessante Exkurse zu finden, die Gladio, den CIA, die Mossad, den KGB und andere unter dem Deckmantel operierende Organisationen mit einbinden. Natürlich gibt es auch ein paar Informationen über Snowdon und das letztjährige Geplänkel des gegenseitigen Abhörens der NATO-Partner. Jedenfalls lässt Gröhlers Beschreibung vermuten, dass Merkel derzeit das einzige Telefon hat, was nicht vom NSA abgehört und gespeichert wird.  Im wesentlichen eigentlich nichts Neues – aber Gröhler beschreibt es so herrlich.

Überhaupt, Gröhlers leicht zynisch-satirischer Stil, mit dem er wichtige Informationen galant in den Text streut, sind eine Wonne für sich: „BND und Mossad kooperierten hier zwar erkennbar noch nicht miteinander, aber sie fraternisierten doch beide mit demselben Dritten, eben dem IIS. Ab 1991 wurde dann, anhand von illegalen Waffenlieferungen, spektakulär deutlich, dass sie auch gut miteinander kooperierten.“ Alles in allem ein Stil, der einen trotz des sehr trockenen Stoffes immer wieder schmunzeln lässt und das Lesen angenehm macht.

Wie der Autor im Prolog schreibt, beruht das Buch auf Tatsachen.  Ausser den 62 Quellen im Anhang, baut es „… auf Dutzenden Gesprächen auf, der der Autor Harald Gröhler mit Uschi Mauve führen konnte, die 15 Jahre lang zu Reinhard Gehlen persönlich Zugang hatte…“ Das macht es jetzt für mich als Bond-Verehrerin natürlich nicht einfacher. Aber Wahrheit ist nun mal Wahrheit. Auch im Agentenhimmel wird nur mit Wasser gekocht. Wie im richtigen Leben.

Mein persönliches Fazit: Stil gut. Stoff gut. Inhalt gut. Buch gut.

Inside Intelligence – der BND und das Netz der grossen westlichen Geheimdienste von  Harald Gröhler, erschienen im Verlag Neuer Weg, Dezember 2015.

Lesenswert: Mutter, was hast du mir verschwiegen?

aaEs gibt sie in jeder Familie: diese Geheimnisse, über die niemand spricht. Diese Momente, wenn sich das Gegenüber abwendet oder weniger gekonnt das Thema wechselt, weil „man darüber nicht spricht“. Zurück bleibt mitunter mehr als nur die unbeantwortete Frage. Zurück bleiben auch die unbeantworteten Gefühle des Fragenden.

Diese Problematik hat Helga Brehr wunderbar in ihrem Buch zum Leben erweckt. Stefanie, erfolgreiche Managerin in den 80er Jahren, will eigentlich nur mal sehen, wo sie denn gezeugt wurde. Nicht geboren, sondern gezeugt. An den richtigen Ursprungs ihre Seins geht sie zurück. Das soll Sinnbild für den gesamten Roman werden.

Denn das Örtchen in der Heide, von dem ihre Eltern wegzogen noch bevor sie geboren war, ist nur die erste Station auf Stefanies Reise. Im Verlauf der Geschichte wird sie noch vor vielen Häusern stehen, ihre eigenen Erinnerungen bearbeiten, ihre Eltern anrufen und Fragen stellen. Fragen, die auch nach dreissig Jahren nicht beantwortet werden. Wieder bleibt Stefanie allein mit ihnen.

Und doch gelingt es ihr, die Geschichte langsam aufzurollen. Anhand von einzelnen Worten, Gegebenheiten, die sie selbst kombiniert, Gesprächen, die ihr aus Kindheit und Jugendtagen wieder einfallen.

Eltern sowie Grosseltern gehörten zu Kriegesgenerationen. Die Grosseltern hatten beide Weltkriege erlebt und die Eltern den zweiten. Onkel gefallen oder verschwunden. Kinder gestorben. Familien zerbrochen und nur noch Hüllen eines gespielten Zusammenlebens. Darin wird Stefanie gross. Wen wundert es, dass sie – obwohl erfolgreich im Beruf – im Zusammenleben mit Mann und Geliebtem keine Erfüllung finden kann. Wie schwer ist es doch Gefühle zu lernen, wenn man keinen Lehrer dafür hatte.

Bewältigt Stefanie letztendlich ihr Gefühlsleben. Ich verrate mal soviel: ja, tut sie. Aber wie, das dürft ihr selbst lesen.

Helga Brehr hat diesen Roman bei BoD selbst verlegt. Gemeinhin bleiben Self-Publisher-Bücher innerhalb einer gewissen Fangemeinde. Das wäre für diesen Roman sehr schade. Er liest sich flüssig, geht sehr in die Tiefe und ist mitreissend geschrieben. Ich jedenfalls habe mitgefiebert, was Stefanie so alles herausfindet. Und wenn ich Bücher bis tief in die Nacht lese und innerhalb von ein paar Tagen durchgelesen habe, heisst das schon etwas. Für mich jedenfalls.

Sehr positiv fand ich im Gegensatz zu Verlagswerken, dass es endlich einmal eine Schriftgrösse war, die sich angenehm lesen liess – auch ohne Mikroskop. Leider hat BoD Schwierigkeiten mit der Druckqualität, so dass immer wieder mal Seitenhälften hellschwarz gedruckt sind. Ein Manko, das allerdings der Geschichte selbst keinen Abbruch tut. Vielleicht lernt BoD ja auch noch so gut zu drucken wie Helga schreibt.

Mir hat Stefanie gefallen. Die Frau, die sich selbst aus der Gefühlskälte zieht. Bernd Hellinger hätte sich ganz besonders über das Ende gefreut.

Aber mehr verrate ich jetzt wirklich nicht.

Danke Helga, dass Du dieses Buch mitgebracht hast zum 4. Griechisch-Deutschen Lesefestival nach Berlin und ich somit Gelegenheit hatte, es zu entdecken.

Keine mordet so schön gruselig wie Patricia Holland Moritz

51tsnbkjv5lDanke, Patricia. Ich bin ja nicht wirklich der Krimi-Leser par excellence und greife meistens zu anderen Büchern, aber Deiner war wirklich Spitze. Glücklicherweise habe ich beim 4. Griechisch-Deutschen Lesefestival in Berlin im Publikum gesessen und die ersten Passagen live von Dir hören dürfen. Gleich gekauft, das Ding. Und es hat mich nicht enttäuscht.

Ich habe noch in Berlin bis in die späten Abendstunden hineingelesen und den Rest dann im Zug verschlungen auf dem Rückweg nach Hause.

Was ist so anders an diesem Krimi als an anderen? Patricia kann schreiben. Sie spielt mit den Worten, Die Charaktäre leben und man hat sie beim Lesen bildlilch vor Augen. Patricia denkt sich nicht nur eine mörderische Geschichte aus und mischt dann aus Fernsehwissen etwas zusammen. Nein, hier sieht man, dass gründlich recherchiert wurde: interessante Informationen wie zum Beispiel die Verbindung zwischen Crystal Meth und Elsa, der Schneekönigin. Ich bin mir sicher, dass sie auch vielfältig in Polizeistationen unterwegs war und vielleicht sogar eine besondere Verbindung ins Kommissariat hat – denn was Kommissar Tschirner und seine Gruppe bei der Aufklärung leisten klingt so gar nicht TV-reisserisch, sondern ziemlich ehrlich und nach grundsolider Polizeiarbeit..

Einen zu Ermordenden auf einem tauenden Eisblock stehend langsam in den Tod rutschen zu lassen? Was für eine Idee … und ein Kommissar mit einer Geliebten, die selbst gerade etwas plant. Etwas nicht minder kreatives als der Eisblock –

Überhaupt ist die Figur der Freundin Rebekka etwas fantastischer als ihr Kommissar. Schon der Lebenslauf des Chamäleons lässt staunen: gibt es sowas wirklich? Aber gut. In der Geschichte gibt es sie – und sie ist ein wirklicher gelungener Kontrast zum soliden Tschirner.

Eigentlich besteht der Krimi aus zwei Erzählsträngen, die beide gleichermassen spannend sind und sich erst am Ende auflösen. Ausser dem guten Freddy haben beide Geschichten nichts gemeinsam und auch dieser Gayromeo bindet die Geschichten am Ende nicht zusammen, sondern lässt sie als einzelne Geschichten bestehen. Während Kommissar Tschirner seinen Fall gelöst hat, haben Freundin Rebekkas Anstrengungen nur scheinbar ein Ende gefunden. Der Cliffhanger am Ende macht Vorfreude auf den nächsten Band ….

Nein, ich erzähle die Geschichte nicht als Zusammenfassung wie das sonst so in Rezensionen gemacht wird. Lest sie doch selber!

In einem Rutsch gelesen: Die Insel der besonderen Kinder

untitledIch habe es mir allerdings im englischen Original zu Gemüte geführt: Miss Peregrine’s Home for Peculiar Children”. Stimmt, ich habe es in einem Rutsch durchgelesen  – ich hatte allerdings auch eine mehrstündige Hin- und Rückfahrt nach Hannover im Zug und draussen rauschte lediglich eine nasskalte Regenlandschaft an mir vorrüber.

Wie auch immer: es war schon spannend, das Buch. Wenn ich auch keinesfalls der Meinung von CNN bin, dass es sich hier um den nächsten Harry Potter handeln könnte. Und ich bin ein richtiger Potter-Fan.

Es war eigentlich alles dabei für einen Phantasten und Science Fiction Freund: eine Heimleiterin, die sich in einen Vogel verwandeln kann, ein Zeitloop, aus dem es (allerdings nicht für jeden und auf jeden Fall) ein Entrinnen gibt, beinahe hundertjährige Kinder, die über die Wiesen tollen und natürlich wirklich eklige Monster als Gegenspieler. Nichts fehlte.

Ransom Riggs, der Autor, hat gekonnt Photos von Annodazumals in das Buch eingebunden, die seine Geschichte unterstreichen. Eine herrliche Idee, alte Fotos zu nehmen und daraus eine fantasievolle Geschichte zu stricken. Gekonnt gemacht. Auch spannend geschrieben.

Schade fand ich es allerdings, dass die Geschichte nach einer monströsen Schlacht “Kinder gegen Ungeheuer” ein abruptes Ende findet. Eigentlich wäre es noch gar nicht soweit gewesen. Ich habe sogar noch ein paar Seiten weitergeblättert in der Hoffnung, das richtige Ende des Buches steht nach den Filmphotos. War aber nicht so. Es hörte wirklich irgendwie plötzlich auf und liess die einzelnen Erzählstränge lose herumflattern. Naja, der Autor hat ja auch noch Folgeromane geschrieben. Also das hat die Rowland mit dem Harry besser hingekriegt. Da war jedes Buch für sich eine abgeschlossene Geschichte und man hat sich trotzdem auf den nächsten Band gefreut.

Fazit: prima für eine langweilige Zugfahrt. Aber den zweiten Band werde ich mir nicht mehr kaufen.

Gerne dabeigewesen: die 3. Friedenskonferenz von Auerstedt

maloca-1Hierüber möchte ich nicht vergessen zu berichten. Sie fand am letzten Wochenende im Oktober 2016 in Auerstedt (genau, dort wo Jena und Auerstedt und Napoleon und überhaupt: der richtige Ort, um sich über den Frieden zu unterhalten) in der Maloca statt. Ein einzigartiger Ort, dieses “Weltdorfge-meinschaftshaus”, wo sich die Baukunst der Regenwald Indianer mit der modernen Architektur mischt. Ein Lehr- und Lernhaus, das neue Perspektiven vermitteln soll.

Genau das ist dann auch während dieses Wochenendes geschehen. Ein abwechslungsreiches Programm mit Referenten, die sich den unterschiedlichsten Aspekten zum Thema Frieden widmeten – sei es aus religiöser Sicht (dafür gab es einen inter-religiösen Dialog mit vielen Referenten), aus künstlerischer Sicht (dafür hatten Viktoria Scholz gesorgt mit ihrer Blütenkunstkonstruktion direkt vor der Maloca sowie die Bilderausstellung von Christine Schneider in der Auerstedter Friedenskirche gleich um die Ecke). Natürlich ist auch die Politik nicht zu kurz gekommen. Das Ost-West Verhältnis wurde diskutiert, die Möglichkeiten, die eine neue Seidenstrasse bieten könnte, es gab Workshops – und immer wieder die Frage: wie können wir in der Zukunft friedlich miteinander leben und was können wir als Einzelne dazu beitragen.

Die Einzelheiten lassen sich für alle Interessierten prima hier nachlesen: http://der-grosse-frieden.org

Was habe ich persönlich davon mitgenommen nach Hause? Zum einen die Begegnung mit Pater Dr. Sanju George, bekannt als “der tanzende Jesuit” aus Indien – hier habe ich einen Menschen kennengelernt, der mit Mutter Theresa als Vorbild selbst in Indien in Friedensmissionen und Hilfsprojekten tätig ist. Dass er dazu auch noch phantastisch den Tempeltanz beherrscht und selbst Auszüge der Bibel in Tanzfiguren umgesetzt hat, was beeindruckend. Die Gespräche mit ihm, seine Ruhe und innere Ausgeglichenheit haben mächtig Eindruck bei mir hinterlassen. Ausserdem hat er mir beim Mittagstisch “Lach-Joga” gezeigt – was haben wir gegiggelt! Danke, Pater Saju – ich werde das zukünftig in Meetings anwenden, wenn die Stimmung zu verbiestert ist.

Ich habe einen neuen Autoren vorgestellt bekommen, von dem ich noch nie zuvor gehört hatte. Paul Scheerbart, verbunden mit dem Bauhaus in Weimar und der Glaskunst und ausserdem ein Satiriker, der seine Kritik am wenig friedvollen Menschen in – heute würde man sagen Science Fiction, zu seinen Lebzeiten wohl phantastische Literatur – aussergewöhnliche Geschichten verpackt hat. Sie stehen schon bei mir auf dem Bestellzettel. Ich werde sicherlich in Kürze meine Meinung dazu sagen.

Zum anderen habe ich es natürlich genossen, mit Menschen zusammenzusein, denen der Friede genauso am Herzen liegt wie mir selbst und die sich alle dafür einsetzen, dass daraus auch etwas wird. Unter dem Motto “Das Ideal einer geeinten Menscnheit – Miteinander reden und verstehen”haben wir uns in 2016 getroffen. Ich bin gespannt darauf, was es das nächste Mal sein wird.

Danke an alle, die diese Tage organisieren. Ich war gerne dort und ich mache gerne wieder mit.

Wenn Patienten Rache üben ….

patientenrache… geht das bei Olaf Jahnke mörderisch zu. Frankfurter Grossstadtdschungel. Angestellte einer Versicherung werden angegriffen, eine Staatsanwältin gerät gar ins Schussfeld. Leichen pflastern den Weg des Privatermittlers, der schnell eine Verbindung findet: irgendwie waren alle in Fälle verstrickt, bei denen die Gerechtigkeit gegen Patienten und die damit sich befassenden Kontrollorgane schlampigst versagt haben.

Ein interessantes Thema, auf dem Olaf Jahnke seinen zweiten Kriminalfall aufbaut. Eigentlich denkt man gar nicht daran, dass bei einem Arzt etwas falsch gehen könnte. Dort wähnt man sich im allgemeinen so sicher aufgehoben wie in Abrahams Schoss. Dass dort etwas schiefgeht – damit rechnet keiner. Und wenn – so denkt man – greift wenigstens das Rechtssystem und die Versicherung.

Denkste, Puppe! Unabhängig davon, dass sich Olaf wahrlich interessante Morde ausgedacht hat, macht er uns auch darauf aufmerksam, dass es mit der Gerechtigkeit für Patienten nicht allzuweit her ist im Ländle. Auch dort beherrschen Korruption, Schiebereien und Klüngeleien das Bild. Erschreckend – wenn man mal so darüber nachdenkt, dass man sich vertrauensvoll in die Hände von Spezilisten begibt, diese ihrer Spezilität nicht wirklich gerecht werden und anschliessend jeder darum bemüht ist, alles mit einem Mäntelchen zu bedecken, mit dem jedem geholfen ist, nur nicht dem Patienten. Kein Wunder, dass da mancher gerne zum Knüppel greifen würde.

In Olaf Jahnkes neuem Krimi “Patientenrache” hat es einer getan. Und Olaf gelingt es trotz des verräterischen Titels bis zum Schluss geheimzuhalten, wer denn nun der Mörder ist ….

Gut gemacht, Olaf! Ein brisantes Thema super angepackt und einen bis zum Schluss spannenden Krimi draus gemacht. Ich habe es supergern gelesen.